300 Euro für den Müll
Erschreckende Zahlen
Was würdest du mit 300 Euro machen? Wahrscheinlich musst du nicht lange überlegen und dir fallen einige Dinge ein. Doch, lautet vielleicht deine Gegenfrage, von wem bekomme ich das Geld? Die Antwort ist einfach, aber erschreckend. Dieses Geld wirfst du im wahrsten Sinne des Wortes auf den Müll. Denn durchschnittlich wirft jeder Deutsche jährlich Lebensmittel im Wert für 300 Euro in die Tonne. Kein Mensch würde sein erst zwei Wochen altes iphone entsorgen, doch mit einem Drittel aller Lebensmittel weltweit passiert genau das. Sie werden weggeschmissen. Die meisten davon sind weder schlecht noch schimmlig. Ein Großteil landet bereits auf dem Müll ohne je geöffnet worden zu sein. Das ist Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass fast eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern.
Die Freiheit sich einzuschränken
Es ist ein Phänomen: Der Mensch möchte ein frei denkendes und sich selbst bestimmendes Wesen sein. Er möchte Entscheidungen treffen und sich nicht abhängig machen. Folglich steht er allem, was diese Freiheit einschränkt, skeptisch und mit einer gewissen Ablehnung gegenüber. Doch wenn man einmal genauer hinsieht, bemerkt man, dass der Mensch sich bezüglich des Wunsches nach Selbstbestimmung und Eigenständigkeit oft selbst im Wege steht. Dies fängt meistens schon im Alltag an und führt schließlich zu solch, wie oben erwähnten, erschreckenden Statistiken, über die jeder den Kopf schüttelt, aber fast kaum einer etwas unternimmt.
Mindesthaltbarkeitsdatum - Verstand aus, Müll auf
Dieses Phänomen scheint in Deutschland, aber auch weltweit sehr verbreitet zu sein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum des Joghurts ist gestern abgelaufen, also schnell in den Müll damit. Durch solches Verhalten erklären sich dann auch die 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, die weltweit jedes Jahr auf dem Müll landen. Doch wo bleibt hier die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, auf die jeder sonst so großen Wert legt? Vertraue ich einer aufgedruckten Zahl auf der Verpackung mehr als meinem eigenen Geschmack? Oder lohnt sich nicht vielmehr ein eigener Blick in die Verpackung, um festzustellen, ob der Joghurt wirklich ungenießbar ist?
Verwirrung pur
Hinzu kommt, dass die meisten Verbraucher nicht ausreichend informiert sind und auf diese Weise oft Missverständnisse bezüglich des Mindesthaltbarkeitsdatums und des Verbrauchsdatums entstehen. Den Unterschied zwischen beiden zu kennen, hilft nicht nur weltweit den Müll zu verringern, sondern wirkt sich auch positiv auf deinen Geldbeutel aus.
Das Verbrauchsdatum findest du auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch, Eiern oder Fisch. Nach Ablauf dieses Datums darf die Ware nicht mehr verkauft werden und sollte auch nicht mehr unbedingt gegessen werden. Anders dagegen verhält es sich mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses ist ebenfalls auf der Verpackung aufgedruckt, empfiehlt aber lediglich den Verbrauch des Produktes bis zu einem gewissen Datum. Das bedeutet aber nicht, dass man es nach Ablauf des Datums nicht mehr essen kann. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sichert zu, dass das Produkt bis zu diesem Datum seine Farbe, Aroma und Konsistenz behält, sagt aber nichts über die Genießbarkeit aus.
Genauere Informationen zum Mindesthaltbarkeitsdatum und zu der damit verbundene Kennzeichnungsproblematik findest du hier.
Das Auge ist mit
Du denkst jetzt bei „abgelaufenen“ Lebensmitteln vielleicht an grünen Pudding, schwabblige Reiskörner und fade Gemüsesuppe, wobei dir der Appetit gründlich vergeht und du doch besser auf den Verzehr nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verzichtest. Doch keine Angst. Dein Auge darf weiterhin mitessen. Es ist nämlich vielmehr eine Frage der Blickrichtung. Schmeckt der Pudding wirklich nicht mehr gut, nur weil das Sahnehäubchen nicht mehr senkrecht steht?
Oftmals haben solche Veränderungen eines Produkts keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen. Ist beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum von Sprudel überschritten, hat das keinen Einfluss auf unsere Gesundheit. Lediglich der Kohlensäuregehalt lässt nach. Der Sprudel ist aber dennoch genießbar.
Eigeninitiative
Wie kannst also du selbst etwas dazu beitragen, dass in Deutschland nicht mehr jährlich 800.000 Tonnen verpackte Lebensmittel in der Mülltonne landen?
Zunächst einmal ist es sinnvoll, nur das einzukaufen, was du wirklich brauchst. Ein bisschen Planung schadet nie, auch beim Einkaufen nicht. Sollte doch mal etwas übrig und das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten sein, probiere einfach erst mal selbst, ob das Produkt noch gut ist, anstatt es ungeöffnet in den Müll zu befördern. Du weißt bestimmt besser als der Hersteller, was dir schmeckt. Außerdem sparst du gleichzeitig eine Menge Geld und vielleicht lohnt sich auf diese Weise ja ein zweiter Blick auf die Frage, was du mit 300 Euro alles machen könntest.
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Neueste Kommentare
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top idee
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Klingt vernünftigt.
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Es gibt auch Kapseln die kompostierbar sind..
