Strom aus Geothermie kann eine wirkungsvolle Ergänzung des Strommixes darstellen. Das Potenzial einer wirtschaftlich sinnvollen Nutzung von Geothermie ist dabei immer abhängig von den geologischen Bedingungen. In Mitteleuropa scheint dieses Potenzial begrenzt zu sein, an anderen Stellen der Welt könnte die nicht versiegende Quelle Geothermie in ihrer Bedeutung noch weiter zunehmen.
Physikalisch entsteht Erdwärme aus zwei Quellen, zum einen ist sie Restwärme der Erdentstehung vor ca. 5 Milliarden Jahren, zum anderen und wohl größeren Teil entsteht sie aus permanent in der Erdkruste stattfindenden radioaktiven Zerfallsprozessen. Mehr als 99% der Erdmasse sind wärmer als 1000 Grad Celsius, im innersten Erdkern werden Temperaturen von 5000-6000 Grad Celsius angenommen.
Geothermiekraftwerke sind nicht nur selbst von Beben bedroht – vulkanische Gebiete eignen sich eben besonders für die Nutzung von Erdwärme – es ist sogar möglich, dass der Betrieb von Geothermiekraftwerken selbst die Wahrscheinlichkeit seismischer Vorgänge erhöhen kann. Nach Prof. Bracke vom Geothermiezentrum der Universität Bochum lösen Erdwärmekraftwerke tatsächlich Kleinstbeben aus, aber „solche Werte können auch schon durch den Betrieb einer Straßenbahn erreicht werden.“ Für andere sind die Risiken weniger klar begrenzbar. 2006 und 2007 gab es in der Umgebung von Basel eine Serie von Erdbeben bis zur Stärke 3,4, die auf das Baseler Geothermieprojekt zurückgeführt wurden.
Das größte Geothermiekraftwerk der Welt ist „The Geysers“ in den USA. Es leistet stolze 850 Megawatt. Gegenwärtig ist das Kraftwerk stillgelegt, seine Umweltverträglichkeit und das von ihm ausgehende Risiko starker Erdstöße soll begutachtet werden.
Geothermiekraftwerke in nicht vulkanischen Niederenthalpiegebieten brauchen bis zu ein Viertel des produzierten Stroms für den eigenen Betrieb.