Kohle wird in Deutschland zunehmend kritischer gesehen, ist aber weltweit weiter auf dem Vormarsch: allein in China geht Anfang 2010 alle sechs bis sieben Tage ein neues großes Kohlekraftwerk ans Netz. Im Jahr 2006 baute das Land sogar 176 neue Kohlekraftwerke. Der Herausforderung Kohlekraft wird man sich in internationalem Maßstab also stellen müssen, selbst wenn national ein anderer Weg gewählt werden sollte. Gleichzeitig werden Probleme wie Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen und nicht zuletzt die Endlichkeit der Kohle selbst immer drängender. In der umkämpften Debatte um Kohle gibt es entsprechend auseinander gehende Bewertung der Zukunftsfähigkeit von Kohle:
„Die Kohle kippt. Sie ist auch viel zu wertvoll, um einfach verbrannt zu werden. Seit mehr als 20 Jahren sind die Alternativen bekannt. Dass es noch kein neues Energiekonzept gibt, ist falsch. Was fehlt, ist ein neues Denken und Handeln, das den Umbau auch konsequent umsetzt. So soll das mit der Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken oder der Speicherung von Kohlendioxid (CCS) gerettet werden, was nicht zu halten ist. Deshalb wird der Bürgerprotest weitergehen.“
(Michael Müller, Präsidiumsmitglied des Deutschen Naturschutzrings DNR)
"Die Braunkohle in Mitteldeutschland ist als wertvoller Rohstoff ohne Alternative. Durch das kontinuierlich knapper und teurer werdende Erdöl bzw. Erdgas hat die energetische und stoffliche Nutzung unserer Braunkohle eine wichtige Zukunft."
(Prof. Dr. Uhland, Finanzminister des Freistaats Sachsen, 2009)
Kohle mag der billigste fossile Brennstoff am Markt sein, aber ihr Marktpreis ist nur eine Seite der Geschichte. Die größten Kosten der Kohle bleiben unberücksichtigt: Die von ihr verursachten, enormen Schäden für Mensch und Umwelt. Würde der Marktpreis die wahren Kosten der Kohle weltweit widerspiegeln, würde sich die Rentabilität des Baus von immer mehr Kohlekraftwerken ganz anders darstellen.
(Greenpeace, Die wahren Kosten der Kohle, 2008)
"Wir glauben, dass die Nutzung von Kohle in jedem vorhersehbaren Szenario steigen wird, da sie billig und reichlich vorhanden ist."
Experten des Massachusetts Institute for Technology (MIT. Quelle: MIT, The future of coal, 2007)