MB / Mechatronik
Mechatronik
Ohne Mechatronik geht fast nix: CD-Player, Handy und Drucker, Spülmaschine, Hörgerät oder Auto. Kaum ein modernes Gerät kommt ohne elektronische Steuerung oder integrierten Mini-Computer aus. Das Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Informationstechnologie macht viele Geräte, die wir im Alltag nutzen, komfortabler, präziser, leichter handhabbar, umweltfreundlicher – und sicherer.
Funktionierten beispielsweise die Bremsen eines Autos früher rein mechanisch, werden Bremsbefehle heute meist per Kabel an vollelektronische Steueranlagen weitergeleitet. Intelligente Systeme wie ABS, Anti-Schlupf-Regelung (ASR) und das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) sind bei Neuwagen in Deutschland heute fast Standard. Noch fortschrittlichere Fahrerassistenzsysteme werden zurzeit entwickelt und machen künftig das Fahren sicherer und komfortabler.
Die Mechatronik vereint Elemente aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik in einem Studienfach. Technische Systeme werden nicht aus der Sicht einzelner Fachdisziplinen, sondern ganzheitlich betrachtet. „Künftige Mechatronik-Ingenieure brauchen Begeisterung für Technik und Informatik – und gute Kenntnisse in Mathematik und Physik“, meint Professor Michael Beitelschmidt von der Fakultät Verkehrswissenschaft der TU Dresden und Studiendekan des Studiengangs Mechatronik.
„Wer Mechatronik studiert, muss über den Tellerrand eines Faches schauen und Kenntnisse aus mehreren Bereichen kombinieren“, betont Professor Jörg Wallaschek, Leiter des Instituts für Dynamik und Schwingungen an der Leibniz-Universität Hannover. „Wir brauchen kreative Erfinder und Visionäre, die bereit sind, neue Wege zu gehen.“
Auch kommunikative Fähigkeiten sind, so Professor Wallaschek, sehr wichtig. Denn Mechatronik-Ingenieure/innen arbeiten später oft mit Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen zusammen und müssen zwischen verschiedenen Fachbereichen vermitteln.
Einblicke ins Studium
Der interdisziplinäre Studiengang ist ebenso abwechslungsreich wie anspruchsvoll, weil die Studenten grundlegende Kenntnisse in mehreren Fächern erwerben. In den ersten Semestern stehen neben Mathematik, Physik, Chemie und Werkstoffkunde auch die Grundlagen von Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik auf dem Studienplan. Im Hauptstudium bzw. im anschließenden Masterstudium wird dann das Mechatronikwissen in Fächern wie Regelungs-/Steuerungstechnik, Sensorik, Aktorik, Simulationstechnik, Robotik oder Eingebettete Systeme vermittelt und vertieft. Zudem können sich die Studenten/innen – abhängig vom eigenen Interesse und dem Angebot ihrer Hochschule – auf Schwerpunkte wie Fahrzeugtechnik, Automatisierungstechnik, Flugsystemtechnik, Medizintechnik oder Robotik spezialisieren.
Die Praxis kommt ebenfalls nicht zu kurz: Ein Praktikum vor dem Studium oder in den ersten Semestern ist (fast) überall Pflicht; an der TU Dresden müssen die Studenten vor der Diplomprüfung zusätzlich ein Praxissemester absolvieren. Zudem arbeiten die Studenten während des Studiums in verschiedenen Projekten und setzen dabei das theoretische Wissen in die Praxis um. So konstruierte die Robotik-Arbeitsgruppe der TU Dresden einen Roboter, der beim internationalen Amateur-Roboter-Wettbewerb Eurobot 2009 in Frankreich das Viertelfinale erreichte; die Mechatronik-Studenten der Hochschule Bochum entwickeln erfolgreich Fahrzeuge, die ausschließlich mit Sonnenenergie angetrieben werden.
An der Leibniz-Universität Hannover arbeiten die Studenten/innen an verschiedenen Forschungsprojekten mit; zahlreiche internationale Austauschprogramme und Stipendien bieten die Möglichkeit, an renommierten Universitäten wie Keio (Japan), Berkeley (USA) und Sankt Petersburg (Russland) oder am MIT in Boston (USA) zu studieren.
Dank der breit angelegten interdisziplinären Ausbildung können sich Mechatronik-Ingenieure/innen schnell in neue Aufgabengebiete und moderne Technologien einarbeiten. Oft werden sie an den Schnittstellen zwischen den klassischen Fachabteilungen eingesetzt. Sie vermitteln zwischen den Experten, koordinieren ihre Arbeit und helfen, Reibungsflächen zu verringern oder zu vermeiden. „Mechatronik-Ingenieure übernehmen oft die Projektleitung und andere Aufgaben, die ganzheitliches Denken erfordern“, weiß Prof. Biesenbach.
In der Autoindustrie, in der Luftfahrtindustrie und im Maschinenbau sind Mechatronik-Experten ebenso gefragt wie in der Medien- oder in der Medizintechnik. Um ihre berufliche Zukunft brauchen sich Mechatronik-Ingenieure kaum Gedanken zu machen. Die Berufsaussichten sind – trotz Krise – sehr gut. „Bis jetzt haben all unsere Absolventen schnell einen Arbeitspatz gefunden“, erklärt Professor Beitelschmidt.
Im Internet findet Ihr Studienangebote unter folgenden Adressen
www.studienwahl.de Stichwort Mechatronik
http://www.mechatronik-portal.de/ Stichwort Studienangebote
www.mechatronics-net.de Rubrik mechatronik ev. - studieren
Ausbildungsmöglichkeit
Die Ausbildung zur/zum Mechatroniker/in dauert dreieinhalb Jahre und wird in Industrie und Handwerk angeboten. Eine schulische Ausbildung ist ebenfalls möglich. Als Mechatroniker/in kannst du unter anderem im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierungstechnik arbeiten, also zum Beispiel bei Firmen, die industrielle Prozesssteuerungseinrichtungen produzieren. Du kannst aber auch in Betrieben des Fahrzeug-, Luft- oder Raumfahrzeugbaus sowie in der Informations- und Kommunikations- oder der Medizintechnik tätig werden.
Mehr Infos gibt es auch im BERUFENET unter diesem Link.
Neue Mitglieder
Neueste Kommentare
-
Gute Idee, schlecht umgesetzt?
-
2.Veggitag - Enttäuschend
-
Hallo!Worüber genau