Man könnte daraufhin annehmen, eine Weise, die gesellschaftliche Akzeptanz von Energieformen auszudrücken und zu gewichten sei der Markt. Wer etwa nur Strom aus erneuerbaren Quellen akzeptiert, sollte auch nur solchen Strom beziehen, die Transparenz dafür ist auf dem Strommarkt bereits gegeben. Aber die Möglichkeit zum „Referendum durch Konsum“ ist nicht allen gleichermaßen gegeben, sie wird durch die Kaufkraft unterschiedlich begrenzt.
Akzeptanz durch Information und Beteiligung, Energetika
Der Weg, der inzwischen immer mehr von der Politik und vielen Energieversorgern beschritten wird, heißt Partizipation. Mit modernen Beteiligungsverfahren kann heute versucht werden, alle relevanten gesellschaftlichen Akteure in ein gemeinsames Verfahren einzubinden, das strukturiert zu gemeinsamen Ergebnissen kommen und an Politik und Energieversorger fundierte und weithin akzeptierte Empfehlungen aussprechen kann. Mit Mediationen (moderierte Gespräche zwischen Konfliktparteien zur Findung einer akzeptablen Lösung), Fokusgruppen (moderierte Diskussionen in Kleingruppen), Dialogen von Interessensvertretern und Expertenhearings werden heute etwa Neubauten von Kraftwerken vorbereitet und ergebnisoffen aus allen Perspektiven analysiert. In offenen Foren suchen Energieversorger auch über konkrete Anlässe hinaus den Kontakt zu Anwohnern wie zu Bürgerinnen und Bürgern allgemein.
Aber auch die abstrakten Kernthemen der Strom- und Energieversorgung können mit Hilfe von Beteiligung durch Bürgerinnen und Bürger langfristig fundierter, informierter und akzeptierter entschieden werden. So war die zukünftige Ausrichtung der deutschen Forschungspolitik selbst schon Gegenstand eines breit angelegten gesellschaftlichen Dialogs.
Beteiligung ist schlicht ein Versuch, das durch und durch gesellschaftliche Thema der Stromversorgung an die Gesellschaft zurückzugeben oder zumindest für die Bürgerinnen und Bürgern weiter zu öffnen. Letztendlich ist auch das Energiespiel eine Weise, sich experimentierfreudig und mit eigenen Ideen und Szenarien am öffentlichen Energiediskurs zu beteiligen.