Der Klimawandel beschäftigt seit wenigstens einem Jahrzehnt Politik und Öffentlichkeit. Er lässt sich in konkreten Messdaten ausdrücken. Die Durchschnittstemperatur der Luft in Bodennähe hat sich nach Angaben des IPCC in dem Jahrhundert von 1906 bis 2005 um 0,74 Grad Celsius erhöht. Seit Beginn der Messungen vor 160 Jahren war das Jahr 1998 das durchschnittlich wärmste, und die Jahre 2000 bis 2009 waren das wärmste Jahrzehnt, gefolgt von den neunziger und dann den achtziger Jahren.
Die These, dass die Auswirkungen menschlichen Verhaltens einen bedeutenden Anteil am Wandel des Weltklimas haben, ist mittlerweile wissenschaftlich anerkannt.
Vor allem die Emissionen von Treibhausgasen wie CO2 und die zunehmende Rodung von CO2-absorbierenden Waldflächen haben den größten Anteil an der Verstärkung des Treibhauseffekts und damit der globalen Erwärmung der Erdoberfläche.
Die Folgen des Klimawandels sind weit reichende Umwälzungen in den weltweiten Ökosystemen. Die prominenteste Befürchtung betrifft das bereits messbare Ansteigen des Meeresspiegels aufgrund des Abschmelzens von polaren Eiskappen. Vor allem flach gelegene Länder in Meeresnähe wie die Inselstaaten des Pazifik sind dadurch in ihrer Existenz bedroht.
Generell ist die Anfälligkeit für Folgen des Klimawandels in strukturschwachen Regionen der Welt mit sensiblen ökologischen Bedingungen am größten. In Afrika etwa werden Dürren, Überflutungen sowie neue Ausbreitungen von Krankheiten wie Malaria mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht.
Klimapolitisch werden sowohl das Ziel einer Anpassung an den sich bereits vollziehenden und unvermeidbaren zukünftigen Klimawandel verfolgt, als auch das Ziel einer Eindämmung der zukünftigen Erwärmung durch eine Reduktion von Treibhausgas-Emissionen. Besonders für die hoch industrialisierten Länder sind die internationalen Reduktionsvorgaben eine Herausforderung und historische Verantwortung. Die langfristigen Kosten für die Folgen eines ungebremsten Klimawandels werden im allgemeinen als wesentlich höher veranschlagt als die Kosten einer ambitionierten CO2-Reduktion. Ein von der Europäischen Union 2005 eingeführtes Instrument, die Kosten für die abgeschätzten Folgen des CO2-Ausstoßes an die Erzeuger zurückzugeben, ist der – seinerseits nicht unumstrittene – Handel mit Emissionszertifikaten.