Expedition N erhält einen Preis der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“

in
Exkursion N

Ein Truck und seine Nachhaltigkeits-Mission
Das Expeditionsmobil besucht im Jahr 100 Orte in Baden-Württemberg an. Mit jährlich knapp 100.000 Besuchern trägt die Initiative Expedition N das Thema Nachhaltigkeit und Energie in die Fläche und diskutiert es vor Ort. Überwiegend Schülerinnen und Schüler erkunden eine multimediale und interaktive Ausstellung und nutzen den Truck als Dialogplattform. Aber wiederspricht ein 40 Tonnen schwerer Truck mit einer Länge von 16 Metern nicht der Idee einer nachhaltigen Mobilität? Auf diese Frage antwortete Herr Dr. Weber, Abteilungsleiter Bildung der BW-Stiftung, dass zentrale Veranstaltungen mit 100.000 Besuchern in der Bilanz mehr Energie und Ressourcen kosten würden, weil die Besucher einzeln anreisen müssten. Durch das Expeditionsmobil können die Menschen die „Welt der Nachhaltigkeit“ in ihrem Ort erkunden. Klicke hier und schaue eine Beitrag des regio-TV über die Preisverleihung.

„Beitrag zur Zukunftsfähigkeit“
Thomas Eckardt von der Deutschen Bank meinte, der Nachhaltigkeits-Begriff sei „ausgehöhlt, wie eine Nuss, auch wenn er aktueller denn je ist“. Das Expeditionsmobil leiste einen „Beitrag zur Sensibilisierung und somit einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit.“ Martin Eggstein, Ministerialdirigent im Umweltministerium, lobte die Expedition N dafür, dass vom „Schüler bis zum Senior, jeder dort lernen kann, wie Energie und Ressourcen effizient zu nutzen sind.“ Dies sei insbesondere wichtig, um sich eine Meinung zu bilden und am politischen Entscheidungsprozess teilzuhaben. Gerade diese Sensibilisierung, Aufklärung und der öffentlicher Austausch über Nachhaltigkeit und Energie sind ein dringendes Anliegen, meint auch Prof. Dr. Ortwin Renn, Professor für Umwelt und Techniksoziologie an der Universität Stuttgart

„Es ist weit gefehlt, zu denken, dass durch den Ausstieg aus der Kernkraft die Akzeptanzprobleme mit den erneuerbaren Energien erledigt sind.“

In seinem Gastvortrag erklärt Prof. Renn, dass das Thema nachhaltige Entwicklung auch als ein breit gefächerter Bildungsauftrag für Schule, Wirtschaft und Gesellschaft verstanden werden muss. Verbraucher müssen sensibilisiert werden, sodass sie der Nachhaltigkeit entsprechende Prinzipien bei Kaufentscheidungen und insbesondere im alltäglichen Verhalten berücksichtigen. Der Stromverbrauch erhöht sich in der Bilanz, wenn man einen effizienteren Kühlschrank kauft und dennoch den alten, stromfressenden Kühlschrank im Keller weiterlaufen lässt. Solche häufig auftretende Widersprüche bedürfen einem (selbst-)kritischen Bewusstsein. In Bezug auf die erneuerbaren Energien im Kontext der angestrebten Energiewende müssten verstärkt Akzeptanzprobleme gelöst werden. Die Installation von Windrädern erzeugen vor Ort häufig Konflikte in der Bürgerschaft, die durch frühzeitige Beteiligungsverfahren aufgefangen werden können. Allerdings müsse auch in der Politik ehrlich gesagt werden, dass die Energiewende nicht machbar sei, wenn die Bürger an allen betroffenen Orten das Windrad verhindern möchten und gleichzeitig die Energieerzeugung durch Geothermie, Biomasse und Wasserkraft ablehnen würden. Bisher habe das Thema Nachhaltigkeit nicht ausreichend Eingang in die Bildungseinrichtungen gefunden, so Prof. Renn. Dabei seien drei Grundprinzipien von hoher Bedeutung. Ersten müsse die Erziehung zur Nachhaltigkeit so früh wie möglich ansetzen, also auf eine spielerisch-entdeckende Art und Weise im Kindergarten. Zweitens ist eine kontinuierliche und stetige Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit wichtig, um trotz einer enormen Informationsflut fest in den Köpfen der jungen Menschen verankert zu bleiben. Drittens solle die Schule das Thema Nachhaltigkeit systemisch aufgreifen und vermitteln. Die zahlreichen Aspekte und die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Soziales) sollen fächerübergreifend und nicht als isolierte Teile behandelt werden. So können Zusammenhänge verstanden, Zielkonflikte ausgetragen und zukunftsfähige Entscheidungens- und Handlungskompetenz ausgebildet werden. Nachhaltigkeit müsse ein Grundtenor im Bildungssystem werden, sodass aus einem abstrakten Begriff eine alltägliche Selbstverständlichkeit würde.

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