Gute Aussichten für morgen?

Am Dienstag, den 30. Juni 2020 fand in der Volkshochschule Stuttgart die Veranstaltung „Klimawandel: Gute Aussichten für morgen?“ zu Fragen rund um die aktuelle Klimadiskussion statt. Die Hauptredner waren Sven Plöger und die UN-Jugenddelegierten für nachhaltige Entwicklung, Sophia Bachmann und Felix Kaminski.

Dieser Themenabend wurde vom Agenda 2030 Bündnis „mEin Stuttgart – mEine Welt“ organisiert, das von einem breiten Spektrum von Kooperationspartnern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung getragen wird und dem auch die Jugendinitiative angehört. Die Veranstaltung ist Teil der bis September 2020 stattfindenden Reihe „Agenda 2030 in Aktion“ zu den 17 globalen Zielen wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die mit „Verpackung adé?“ im März 2020 ihren Auftakt hatte.

Die Veranstaltung war in vielfacher Hinsicht etwas Besonderes. Für die meisten der 55 Teilnehmenden und auch für die Organisatoren war es nach den Einschränkungen zur Verhinderung der Ausbreitung des „Corona“-Virus die erste Präsenzveranstaltung nach mehreren Wochen gewesen. Doch trotz der etwas ungewohnten Situation mit einem weit auseinandersitzenden Publikum, waren sich letztendlich alle einig: die Mühe hatte sich gelohnt!

Klimawandel - Asteroideneinschlag in Superzeitlupe

Besonders waren auch die Beiträge und anschließenden Diskussionen, die ernsthaft und mutmachend gleichermaßen die Bedeutung und Konsequenzen des Klimawandels auf unsere Welt und unsere Gesellschaft aufgriffen. In ihren Begrüßungen hoben die VHS-Direktorin Dagmar Mikasch-Köthner und der Leiter des Amts für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart, Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, die Bedeutung des Agenda 2030 Bündnisses zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele in der Stadtgesellschaft hervor und gaben Beispiele für praktisches Handeln – u.a. die Aktivitäten der vhs Ökostation und das Klimaschutzprogramm der Landeshauptstadt. Der Hauptredner des Abends, der Diplom-Meteorologe Sven Plöger verstand es, mit seiner lockeren und unterhaltsamen Erzählweise die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen und dennoch die Dringlichkeit des Themas zu verdeutlichen. Corona habe uns gelehrt, dass wir Menschen durchaus in der Lage seien auf Krisen zu reagieren. Plöger verglich die Ausbreitung des Coronavirus mit einem Asteroideneinschlag in Zeitlupe, dessen Einschlag wir trotz beschränkter Mittel allmählich mehr oder weniger steuern können. „Flatten the curve“ lautete das Stichwort.

Der Klimawandel sei hingegen ein Asteroideneinschlag in Superzeitlupe und deshalb umso tückischer. Bisher sähen wir Bilder von schmelzendem Eis und Dürre, aber in unserem persönlichen Umfeld und Alltag seien die Auswirkungen der Klimakrise kaum spürbar und die Bedrohung deshalb sehr abstrakt. Dabei sei jetzt die Zeit, um zu handeln.

Wie das konkret gelingen kann?

Nicht resignieren und aufgeben, sondern einfach anfangen

So hieß Sven Plögers Devise. Das sei nicht immer einfach, wenn Nachbarn und Freundinnen weiterleben, wie bisher. Aber das Argument „Was soll ich denn tun?“ zähle nicht. Allein werden wir das Klima weder als Person noch als Land retten können, aber gemeinsam.

Globale Verantwortung und lokale Praxis

Wie auf globaler Ebene um gemeinsame Lösungen gerungen wird, berichteten Sophia Bachmann und Felix Kaminski, die als Jugenddelegierte für nachhaltige Entwicklung die deutsche Regierungsdelegation unter Leitung des Bundesumweltministeriums zum Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung der UN begleitet haben. Trotz mancher Frustration über verzögerte oder gescheiterte Beschlüsse der UN, bewerteten die beiden Jugenddelegierten die Bemühungen zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele bis zum Jahr 2030 als positiv.

Erneuerbare Energien als Impfstoff

Bevor das Publikum die Referierenden mit Fragen löchern durfte, betonte Sven Plöger, unsere Chance, dem Klimawandel entgegenzutreten. Denn der Impfstoff gegen den Klimawandel sei durch die erneuerbaren Energie bereits gefunden. Beispielsweise liefere die Sonne sechstausend Mal so viel Energie wie wir auf der Erde verbrauchen.

Kognitive Dissonanz - Zwischen Wissen und Handeln

Gleichzeitig werde sich die gesamte Menschheit nicht von einem auf den anderen Tag ändern, das sei nicht nur beim Thema Klimawandel so. Wissen und Handeln liege oft weit auseinander.

Derzeit lebe die gesamte Weltbevölkerung so, als hätten wir 1,75 Erden zur Verfügung. Betrachtet man nur Deutschland leben wir derzeit auf Kosten von drei Erden. Umso wichtiger sei es, dass im demokratischen Diskurs um Regeln gerungen wird, wie wir als Gesellschaft nachhaltiger leben können.


Abgerundet wurde der Abend durch die von Christian Fulterer, Referent für Globales Lernen, moderierte Diskussion mit dem Publikum. Dabei wurde debattiert, welche Veränderungen unser Wirtschaftssystem durchlaufen sollte, um die 17 Nachhaltigkeitsziele umsetzen zu können. So wurde am Ende der Bogen zur Veranstaltung „Verpackung adé?“ im März 2020 geschlagen, bei der der Fokus auf dem Gedanken der Kreiswirtschaft lag.

Nach einem Abend voller Themen zum Nachdenken, Diskutieren und Motivieren, selbst aktiv zu werden, verabschiedete Dr. Martina Merklinger, Geschäftsführerin des Welthauses, alle Gäste und bot einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Agenda 2030 Bündnisses und die Veranstaltung am 22. September zu Fairem Handel im Hospitalhof als Abschluss der diesjährigen Veranstaltungsreihe Agenda 2030 in Aktion.


Wie setzt Du die 17 Nachhaltigkeitsziele in Deinem Alltag um? In welchen Bereichen fällt es Dir besonders schwer, in welchen eher leichter?

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