Anstöße Veranstaltung 2016

Solidarische Landwirtschaft und Bürger-Äcker

17.10.2016 - 16:55:00

Stuttgart, 11.10.16 -  Am Dienstagabend fand im Rahmen der vom Umweltministerium Baden-Württemberg organisierte Reihe „Anstöße“ eine Veranstaltung zum Thema Solidarische Landwirtschaft und Bürger-Äcker im Hospitalhof in Stuttgart statt. Schirmherr der Veranstaltungsreihe ist Umweltminister Franz Untersteller – der an diesem Abend ebenfalls vor Ort war. Die Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg hatte die Gelegenheit, die Veranstaltung mitzugestalten und lud die Soziologin Prof. Dr. Cordula Kropp als Referentin ein. Ihr Vortrag wurde durch eine anregende Diskussionsrunde zwischen ihr, Minister Untersteller sowie dem Publikum abgerundet.

Zu Beginn der Veranstaltung sprach Prof. Dr. Kropp darüber, wie wir unser Ernährung-System nachhaltiger gestalten können. Insbesondere ging sie dabei auf die Rolle von Urban Gardening-Konzepten und Solidarischer Landwirtschaft ein. Bei ihrem Vortrag vor 130 Leuten zeigte sie anhand verschiedener Beispiele auf, welche Organisationsformen bestehen, bei denen die Konsumenten wieder verstärkt bei der Herstellung von Lebensmitteln integriert und dadurch zu Prosumenten gemacht werden (Produzent + Konsument = Prosument). Ein Beispiel aus München ist das „Kartoffelkombinat“: Die Genossenschaft arbeitet mit regionalen Erzeugern und Münchner Haushalten zusammen. Die Mitglieder zahlen einen festen monatlichen Beitrag und bekommen dafür saisonales Bio-Gemüse, Brot und Honig aus regionalem Anbau. Der Landwirt bekommt dadurch einen festen Lohn, der unabhängig vom schwankenden Ernteertrag ist. An verschiedenen Verteilstationen in der Stadt kann wöchentlich der eigene Anteil abgeholt werden.

Außerdem berichtete sie von ihrem Forschungsprojekt „Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen (nascent) – ein soziologischer und transformationstheoretischer Zugang“. Mit diesem Projekt will das Forschungsteam herausfinden, welches Potential von den neuen Wirtschaftsformen und -initiativen der nachhaltigen Ernährungsversorgung ausgeht, um das konventionelle Ernährungssystem zu transformieren.

Galant leitete der Moderator, Herr Dr. Pascal Bader, in eine Diskussionsrunde mit Prof.  Dr. Kropp und Umweltminister Franz Untersteller MdL über. Das Publikum wurde ebenfalls in das Geschehen auf der Bühne integriert: U.a. wurde hinterfragt, ob die nachhaltige Ernährungswirtschaft nicht der falsche Weg ist, da sie ineffizienter sei und somit das Problem des Welthungers nur verschärfen würde. Dieser diffizilen Frage wurde entgegengesetzt, dass wir ja bereits in einer Überflussgesellschaft leben und nicht die Effizienz das Problem sei, sondern die Verteilung der Lebensmittel.

Die Fragestellungen im Zusammenhang mit diesem komplexen Thema ließen oftmals keine einfachen Schwarz-Weiß-Antworten zu.

Im Anschluss gab es noch die Möglichkeit, bei regionalen, saisonalen und fair hergestellten Snacks und Getränken ins Gespräch zu kommen und sich bei den Stuttgarter Initiativen „Stadtacker Wagenhallen“ und „SoLawiS“ näher über solidarische Landwirtschaft und Urbanes Gärtnern zu informieren.

 

Für diesen gelungenen Abend bedanken wir besonders bei den o.g. Akteuren/Initiativen sowie allen unseren Gästen, die den Abend durch ihre interessanten Fragestellungen bereichert haben!

 

Weiterführende Informationen unter www.wir-ernten-was-wir-saeen.de

 

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Frau Katrin Maier-Sohn

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