Konsum-Check

6 Schritte für einen nachhaltigen Konsum.

Wir konsumieren täglich - mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Sei es der Kaffee am Morgen, das Transportmittel zur Arbeit, der Kauf von Klamotten oder die Wahl des Abendessens. All die vielen hundert Konsumentscheidungen beeinflussen die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen und wirken sich auf die Umwelt aus. In der Art der Produktherstellung liegt großes Potenzial, um unseren ökologischen Fußabdruck zu beeinflussen. Es ist wichtig, dieses Potenzial zu erkennen und zu nutzen, wenn alle Menschen heute und in zukünftigen Generationen den gleichen Anspruch auf Lebensqualität und Ressourcennutzung haben sollen.

Mit dem "Konsum-Check" möchte die Jugendinitiative eine Diskussion um unsere Lebensstile und um unsere Konsumverantwortung anregen und praktische Alltagstipps geben, die Orientierung stiften. Ziel ist es, zu einer auf Werte basierten und ökologischen Konsumkultur beizutragen. Dabei richten wir einen besonderen Blick auf die Bereiche Suffizienz, Teilen statt Besitzen, Recycling, Upcycling und Obsoleszenz. Schließlich ist das ökologisch nachhaltigste Produkt das, welches gar nicht erst produziert wird.

Am Beispiel eines Smartphones haben wir für Dich unsere 6-Schritt-Checkliste erstellt, die Du leicht auf Deine täglichen Konsumentscheidungen übertragen kannst.

 

Schritt 1: Brauch ich's wirklich?

Wer kennt die Situation nicht: Über Online-Medien erfährst Du, dass ein Smartphonehersteller ein neues Modell auf den Markt gebracht hat. Statt einer 10-Megapixel-Kamera bekommst Du nun 12 Megapixel. Statt acht Stunden Akkulaufzeit, satte zehn Stunden.

Mit Blick auf Dein Smartphone bemerkst Du, dass es schon seit längerem nicht mehr ganz rund läuft und auch die Akkulaufzeit zu wünschen übrig lässt. Nun spielst Du mit dem Gedanken Dir ein neues Handy zuzulegen.

Doch hier kommt eine entscheidende Frage ins Spiel, die Du Dir stellen solltest: "Brauche ich wirklich ein neues Handy?" Das Alte läuft vielleicht etwas holprig, doch alles in allem ist es wahrscheinlich technisch noch gut in Schuss.

Dein Entschluss könnte sein, Deinem mobilen Gefährten treu zu bleiben und somit nicht nur Geld zu sparen, sondern auch Ressourcen.

 
  Pfeil  
 

Schritt 2: Kann ich's reparieren?

Dein Smartphone mag technisch noch in Ordnung sein, doch die holprige Bedienung geht Dir auf die Nerven. Hier könntest Du zum Beispiel mittels eines Hard-Resets (Rücksetzung des Smartphones auf Werkseinstellungen) das ursprüngliche Nutzerfeeling zurückgewinnen. Im Internet finden sich dazu allerhand How-To-Anleitungen und Repair-Cafés in Deiner Nähe bieten auch für Hardwareprobleme ihr Know-How an.

Gesagt, getan. Die Reperatur hat die erhoffte Wirkung erzielt und Dein Smartphone ist bis auf ein paar Gebrauchsspuren wieder wie neu.

Du hast nicht nur Deinen Geldbeutel geschont, sondern auch wertvolle Ressourcen, die für die Herstellung eines Neu-Geräts zum Einsatz gekommen wären.

 
  Pfeil  
 

Schritt 3: Kann ich's leihen, mieten oder gebraucht kaufen?

Zugegebener Maßen ist das Mieten oder Leihen von Gegenständen wie Smartphones, die täglich in Benutzung sind, unpraktisch. Bohrmaschinen hingegen sind während ihres gesamten Lebenszykluses nur 13 Minuten in Gebrauch. Hier kann eine Ausleihe beim Nachbarn oder im Baumarkt durchaus sinnvoll sein.

Bevor Du jedoch über eine Neuanschaffung Deines Smartphones nachdenkst, schau doch mal beim Gebrauchtwarenportalen wie ebay, fairmondo, oder rebuy nach. Dort findest Du Dein Lieblingsmodell sicherlich auch zu günstigen Preisen und Deinem ökoglischem Fußabdruckskonto steht das sehr gut.

Alles nichts für Dich? Dann hast Du jetzt die Möglichkeit eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen.

 
  Pfeil  
 

Schritt 4: Entsorgung mitgedacht?

Eine Smartphone-Reparatur kommt für Dich nicht mehr in Frage und auf dem Gebrauchtmarkt bist Du auch nicht fündig geworden. Bevor Du Dir jetzt Gedanken um eine bewusste Kaufentscheidung machst und Dein kaputtes Handy in der Schublade versauert, recycle es doch bei der Handyaktion. So werden gebundene Ressourcen wieder frei und stehen bei der Herstellung weiterer Geräte zur Vefügung.

 
  Pfeil  
 

Schritt 5: Konsumiere ich bewusst?

Anstatt einfach auf das neueste Modell Deines bisherigen Smartphone-Herstellers zurückzugreifen, könntest Du einen Blick auf die Konkurrenz werfen. Dank der steigenden Konsumentennachfrage nach ökologisch, fair und reparaturfähigen Geräten, bieten Elektronikwarenhersteller interessante Alternativen, wie zum Beispiel das Fairphone, an.

Auch wenn noch viel Luft nach oben ist, basiert dieser Ansatz auf einem transparenten Herstellungsprozess. So weit wie möglich, achtet der Hersteller auf faire Produktionsbedingungen und ökologische Lieferketten. Auch der modulare Aufbau garantiert die Reparaturfreundlichkeit.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast eine ethisch korrekte und wertebasierte Konsumentscheidung getroffen. Durch diese Einzelentscheidung wird sich sicherlich kein gesellschaftlicher Wandel einstellen. Doch in der Summe mit weiteren Kaufentscheidungen, vor allem auch wenn Menschen in Deinem Umfeld davon erfahren und motiviert werden es Dir gleich zu tun, wirkt Dein Handeln.

 
  Pfeil  
 

Schritt 6: Kann ich kompensieren?

Sicherlich ist Dir bewusst, dass egal, welches Produkt Du konsumierst, immer klimaschädliches CO2 entsteht. Doch auch hier gibt es mittlerweile Lösungen in Form des Kompensierens. Anbieter wie myclimate, atmosfair oder ClimatePartner bieten dir die Möglichkeit, die CO2-Emissionen Deiner gefkauften Produkte zu berechnen und anschließend zu kompensieren.

Wie Du an Hand dieser Checkliste siehst, gibt es allerhand Möglichkeiten bewusste und nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen, um die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen für zukünftige Generationen gerecht zu gestalten.

Bei der Übertragung unserer Checkliste auf viele Bereiche Deines Lebensstils wünschen wir Dir viel Erfolg!

 

"Konsum-Check" Aktionen

Mit Beginn unseres Aktionstages "Warten bringt nichts" beleuchten wir ein Jahr lang die verschiedenen Facetten des nachhaltigen Konsums. Dabei kommen unterschiedlichste Formate wie Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden und Wettbewerbe zum Einsatz. Am Erdüberlastungstag 2017 ziehen wir Bilanz und schauen, welche Erfahrungen wir in unserem Umfeld gemacht haben.

Vergangene Veranstaltungen:

29. November 2016, Freiburg: Mehrweg-Weihnachtsbäume
Bei der Adventsaktion verteilte die Jugendinitiative 24 nachhaltige Weihnachtsbäume in Freiburg.