Umweltminister zeichnet aus: Green-Economy in Schulprojekten

Gut 80 Schüler*innen aus Kornwestheim, Stuttgart, Ravensburg und Tübingen nahmen am schulbegleitenden Projekt „Umweltprofis von morgen“ teil. Ein Jahr lang realisierten sie in Kooperation mit örtlichen Unternehmen nachhaltige Produkte und Projekte. 

  • Wie stellt man ein Kuscheltier aus recycelten Stoffen her? 
  • Was hat Migration mit Klima zu tun? 
  • Und wie viel Feinstaub liegt eigentlich in unserer Schulluft? 

In insgesamt 23 Projekten, die von 17 nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen aus der Region unterstützt wurden, stellten sich die Schüler*innen diesen und ähnlichen Fragen. Manche gründeten dafür ihre eigene Juniorenfirma. 

Auszeichnung durch Umweltminister Franz Untersteller

Für ihr Engagement zeichnete sie Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller Anfang Juli auf der digitalen Abschlussveranstaltung mit einer Nachhaltigkeitsurkunde aus. „Ich habe großen Respekt vor der geleisteten Arbeit“, lobte Untersteller die Junior*innen. „Sie setzen sich nicht nur entschlossen und motiviert für den Klimaschutz ein, sondern haben auch die ungewöhnlichen Umstände der letzten Monate hervorragend gemeistert.“ 

Wie in vielen Unternehmen erforderte die Corona-Pandemie auch bei den Junior*innen und ihrer Projektplanung ein Umdenken. „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es als Unternehmen ist, auch online zu funktionieren“, erklärt Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von Projektträger UnternehmensGrün e.V., dem Bundesverband der grünen Wirtschaft. „Die Digitalisierung ist aber auch eine wunderbare Chance für grünes Wirtschaften. Für Unternehmenskonferenzen müssen nicht mehr alle anreisen, sondern man kann sich auch online treffen. Das ist viel nachhaltiger“, so Reuter weiter. 

Teilnehmende Schulen

Erich-Bracher-Schule (Kornwestheim-Pattonville), Geschwister-Scholl-Gymnasium (Stuttgart-Sillenbuch), Max-Eyth-Schule (Stuttgart), Technisches Gymnasium der Gewerblichen Schule Ravensburg, Wilhelm-Schickard-Schule (Tübingen) 

Auswahl der Projekte

  • Ravensburg: Bei Firle und Franz stellten Junior*innen ein Kuscheltier aus ökologischen und fairen Stoffen her. Andere analysierten, wie viele Kosten und Ressourcen die Boulderhalle Blöckle durch nachhaltiges Wirtschaften einsparen könnte. 
  • Stuttgart: Um die Auseinandersetzung mit dem Thema Migration zu fördern, drehte ein Junior*innenteam bei KATE e.V. ein Video, in dem sie mit Geflüchteten sprechen. Ein anderes Team war bei der Abfallwirtschaft Stuttgart und machte mithilfe des Wertstoffmobils auf Recycling aufmerksam. 
  • Kornwestheim: Die Juniorenfirma der Erich-Bracher-Schule entwickelte nachhaltige Produkte mit ihrem Schullogo. Darunter eine Thermosflasche und ein Schulplaner. 
  • Tübingen: Die Junior*innen bei KlimAktiv führten mit ihrem eigens gebauten Feinstaubmessgerät Messungen in der Umgebung ihrer Schule durch. Für die Schüler*innen der Wilhelm-Schickard-Schule in Tübingen war die Schulschließung zunächst eine Herausforderung. In ihrer Juniorenfirma haben sie bei UnternehmensGrün-Mitglied KlimAktiv ein Feinstaubmessgerät gebaut, mit dem sie regelmäßig die Feinstaubwerte rund um ihre Schule messen. „Da wir uns nicht mehr im Team treffen konnten, ist es natürlich komplizierter geworden, den Sensor zu betreuen. Allerdings haben wir verschiedene Aufgaben untereinander aufgeteilt, wodurch jede*r kontaktfrei an dem Projekt mitwirken kann und die Treffen mit unserem Kooperationsunternehmen KlimAktiv finden nun online statt“, berichteten die Schüler*innen. Sie konnten sogar beobachten, wie sich die Feinstaubemissionen durch die CoronaMaßnahmen der letzten Wochen veränderten. 

Die vollständige Liste der Projekte und weitere Infos findest Du hier.  


Hintergrund 

Hintergrund von „Umweltprofis von morgen“: Im Rahmen der einjährigen Zusammenarbeit in einem nachhaltigen Unternehmen erhalten die 15- bis 20-jährigen Jugendlichen bereits vor Berufseintritt ein grundlegendes Verständnis von der ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung der Wirtschaft. Sie können nachhaltiges Wirtschaften an konkreten eigenen Projekten praktisch ausprobieren. Die beteiligten Unternehmen erhalten Kontakt zu geeigneten Nachwuchskräften und profitieren von den neuen Ideen der Umweltprofis von morgen. 

Das Projekt besteht seit 2008 und wurde u.a. von den Vereinten Nationen und vom Nachhaltigkeitsrat ausgezeichnet. Es wird im nächsten Jahr zum elften Mal in Folge durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert und ist angegliedert an die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. 2019/20 haben sich fünf Schulen, 17 Unternehmen und 81 Jugendliche beteiligt.

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