Wann: Freitag, 19. Juni 2026, 10:00 - 12:00 Uhr
Wo: online
Kosten: keine
Veranstalter: finep - forum für internationale entwicklung + planung
Warum Rassismuskritik Emotionen braucht, mit Josephine Apraku
Im Kontext der Arbeit zu Diskriminierung – und insbesondere zu Rassismus – basieren Lernangebote häufig auf einer kognitiv-intellektuellen Ebene: Es geht darum, Wissen zu erweitern, historische Zusammenhänge zu verstehen und strukturelle Mechanismen von Unterdrückung sichtbar zu machen. Dieses Wissen ist zentral und unverzichtbar. Gleichzeitig zeigt meine Arbeit immer wieder, dass Veränderungsprozesse nicht ausschließlich an fehlendem Wissen scheitern, sondern häufig an unserem Umgang mit Emotionen. Was passiert, wenn wir hören, dass unser Verhalten diskriminierend war? Wenn Scham, Abwehr, Wut oder Überforderung auftauchen?
Das Online-Seminar setzt genau hier an. Es verbindet rassismuskritische Perspektiven mit Fragen emotionaler Selbstwahrnehmung und Selbstregulation. Aus einer intersektionalen Perspektive geht es darum zu verstehen, welche Rolle Emotionen in gesellschaftlichen Machtverhältnissen spielen – und warum ein reflektierter Umgang mit eigenen Affekten ein zentraler Bestandteil rassismuskritischer Praxis sein kann. Denn Wissen allein verändert noch nichts; entscheidend ist auch, wie wir mit dem umgehen, was dieses Wissen in uns auslöst.
