Am 22.Juli 2026 haben sich erstmal alle landesweiten Jugendbeteiligungsstrukturen Baden-Württembergs gemeinsam mit Landtag, Landesregierung und Verwaltung an einen Tisch gesetzt. Über 50 Vertreter*innen aus Jugend, Politik und Verwaltung folgten der Einladung zur Veranstaltung „Jugend beteiligt!?" – darunter Sozialminister Oliver Hildenbrand und Umweltstaatssekretär André Baumann.
Als Initiative des Umweltministerium, die die ehrenamtliche Arbeit des Jugendrat für Klima & Nachhaltigkeit BW begleitet, war für uns dieser Abend ein besonderer: Wir sind seit vielen Jahren in der Bubble rund um Jugendbeteiligung und -engagement unterwegs – aber alle Strukturen gemeinsam am Tisch mit der Landespolitik, das hatten wir so noch nicht erlebt.
Wenn Füchse, Bienen und Rehe über Beteiligung diskutieren
Wer politische Veranstaltungen besucht, denkt selten an Bienen und Rehe. Und doch: Bei den World-Café-Gesprächen des Abends fanden sich die Kleingruppen unter dem Motto heimischer Tierarten zusammen. Dr. Tim Breitkreuz MdL und Jürgen „Buddy" Dorn schwirrten mit ihrer Gruppe zum Bienentreffpunkt, während sich unter anderem Veronika Kienzle den Füchsen anschloss. Ein kleines, aber sprechendes Detail – es nahm der Veranstaltung die übliche Steifheit und schuf Raum für Gespräche auf Augenhöhe.
Diskutiert wurde dabei die zentrale Frage des Abends: Wie kann Jugendbeteiligung auf Landesebene künftig gestärkt und verbindlicher gestaltet werden?
Klare Ansagen an die Politik
So sehr der Rahmen von Begegnung geprägt war – inhaltlich wurde deutlich, dass es den beteiligten Jugendgremien um mehr als einen netten Austausch geht.
„Die Politik muss aufhören, nur über Jugendliche zu sprechen und anfangen, ihnen zuzuhören", brachte es Iva Rigotti, Vorsitzende für externe Angelegenheiten im Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg, auf den Punkt. Ihre Forderung: gesetzliche Grundlagen, die Jugendbeteiligung auf kommunaler, Kreis- und Landesebene verpflichtend verankern.
Auch Yannick Werner vom Jugendrat für Klima & Nachhaltigkeit Baden-Württemberg forderte mehr Verbindlichkeit: Junge Menschen brächten wertvolle Expertise in unterschiedlichste Politikbereiche ein – um das zu nutzen, brauche es frühzeitige Einbindung in politische Prozesse, und zwar in allen Ressorts.
Für Martina Krattenmacher, Vorstandssprecherin des Landesjugendrings Baden-Württemberg, ist die Sache grundsätzlich: „Unser Länd wird nur mit der Beteiligung junger Menschen vorankommen." Und Camilla Rühl von der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg erinnerte daran, dass Jugendbeteiligung die Vielfalt junger Menschen widerspiegeln muss – nachhaltig, wirksam und divers zugänglich.
Zustimmung von politischer Seite – aber die Jugend bleibt dran
Positiv aufgenommen wurde, dass auch von politischer Seite die Bedeutung von Jugendbeteiligung unterstrichen wurde. André Baumann brachte es sinngemäß so auf den Punkt: Immer, wenn junge Menschen eingebunden werden, wird es besser. Auch Sozialminister Oliver Hildenbrand stärkte der Jugendbeteiligung im Land den Rücken.
Dass warme Worte allein aber nicht reichen, machte Florine Büchner vom Landesjugendbeirat Baden-Württemberg deutlich: „Wir werden weiterhin eine stärkere Jugendbeteiligung einfordern, bis wir endlich wirklich gehört werden." Jenna Fink, Pressesprecherin des Landesschülerbeirats, zog ein ähnliches Fazit: Die Themen seien gut an die Landespolitik herangetragen worden – jetzt komme es auf die Umsetzung an.
Unser Fazit als Wegbegleitung
Wir sind wahnsinnig stolz darauf, dass der Jugendrat für Klima & Nachhaltigkeit Baden-Württemberg – gemeinsam mit dem Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg, dem Landesjugendbeirat Baden-Württemberg, dem Landesschülerbeirat, dem Landesjugendring Baden-Württemberg und der Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung BW – eine so wichtige Veranstaltung angestoßen hat. Ein besonderer Dank geht an Greta, Yannik, Jonas, Lisa und Tobias, die daran maßgeblich mitgewirkt haben.
Der Abend hat gezeigt: Wenn mehrere Jugendgremien an einem Strang ziehen, entsteht eine Stimme, die in der Landespolitik gehört wird. Jetzt liegt es an allen Beteiligten, aus diesem Auftakt echte, verbindliche Strukturen zu machen.
