Nachhaltigkeit erleben statt nur darüber sprechen: Genau das war das Ziel unserer zweitägigen Projekttage an der Valckenburgschule Ulm. Gemeinsam mit 11 Schüler*innen entstand eine nachhaltige Stadttour, die zeigt, wo Nachhaltigkeit in Ulm bereits heute sichtbar wird und wie jeder den eigenen Blick auf die Stadt verändern kann.
Was hat Nachhaltigkeit mit unserer Stadt zu tun?
Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch beide Projekttage. Statt fertige Antworten zu bekommen, machten sich die Schüler*innen selbst auf die Suche: Welche Orte in Ulm stehen für nachhaltiges Handeln? Welche Geschichten verbergen sich dahinter? Und wie kann daraus eine spannende Stadttour entstehen?
Tag 1: Ideen sammeln und die Tour planen
Zum Auftakt sollten die Schüler*innen die Frage beantworten: Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?
Die Antworten waren vielfältig. Und genau darin lag die Stärke des Workshops, denn Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Konzept mit einer richtigen Antwort – sondern etwas, das jede*r anders erlebt, versteht und im Alltag verortet. Mit einer virtuellen Beispieltour durch Stuttgart lernten sie anschließend, wie eine nachhaltige Stadttour aufgebaut sein kann. Interaktive Methoden wie Quiz, Ratespiele und Aufstellungen machten deutlich, wie sich komplexe Themen spannend und alltagsnah vermitteln lassen.
Danach rückte Ulm in den Mittelpunkt. Die Schüler*innen fanden sich in Kleingruppen zusammen, sammelten Orte, die sie mit Nachhaltigkeit verbinden, stellten sie sich gegenseitig vor, markierten sie auf einer Karte und ordneten sie einem Themenbereich zu. Jede Kleingruppe wählte schließlich ihr Wunschthema und entwickelte die Inhalte ihrer Station eigenständig.
Tag 2: Aus Ideen wird eine Stadttour
Am zweiten Projekttag wurde die Planung Wirklichkeit. Gemeinsam liefen wir die selbst entwickelte Route durch Ulm ab. An jeder Station präsentierte die jeweilige Gruppe ihre Ergebnisse, erklärte Hintergründe und lud die anderen zum Austausch ein.
Die Tour führte zu sieben Stationen:
- Weltladen
Fairer Handel macht globale Lieferketten greifbar und zeigt, was hinter den Produkten steckt, die wir täglich kaufen. - Calvi
Café, Lebensmittel und Second Hand auf einer geteilten Fläche. Nachhaltiger Konsum und Genuss unter einem Dach. - Fahrradparkhaus
Wie sieht nachhaltige Mobilität in der Stadt aus? Diese Station regt dazu an, über die Ausrichtung unserer Städte nachzudenken: orientiert sie sich am Auto oder an den Menschen? - Stadtbibliothek
Mit der Bibliothek der Dinge und eigenen Workshops macht die Bibliothek Kreislaufwirtschaft im Alltag erlebbar und zeigt, wie Tauschen und Leihen eine Alternative zum Kaufen sein können. - NoMain
Vintage und Textilien machen deutlich: Warum neue Kleidung kaufen, wenn bereits so viele gut erhaltene Stücke vorhanden sind - Solarbänke mit PV-Ladestation
Mitten im öffentlichen Raum wird Sonnenenergie sichtbar und direkt nutzbar, zum Beispiel zum Laden des Smartphones. - Smart Circular Bridge
Die Fußgängerbrücke aus recycelten Materialien zeigt eindrucksvoll, dass Kreislaufwirtschaft auch im großen Maßstab funktionieren kann.
Das Ergebnis: eine Stadttour von Ulmer Schüler*innen für Ulmer Schüler*innen.
Mehr als eine Stadttour
Die Rückmeldungen der Schüler*innen haben uns besonders gefreut. Viele erzählten, dass sie ihre eigene Stadt noch einmal ganz neu kennengelernt haben. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viele nachhaltige Ansätze bereits existieren und wie viel Potenzial darin steckt, wenn Menschen genauer hinschauen.
Auch die Lehrkräfte beschrieben die Projekttage als offen, wertschätzend und von echter Begeisterung geprägt. Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe machte den Workshop für alle Beteiligten zu einer besonderen Erfahrung.
Nachhaltigkeit selbst gestalten
Genau darum geht es in unserem Workshop „Eure nachhaltige Stadttour“: Nachhaltigkeit soll nicht abstrakt bleiben, sondern dort erlebbar werden, wo die Schüler*innen jeden Tag unterwegs sind – in ihrer eigenen Stadt. Statt fertiges Wissen zu vermitteln, schaffen wir Räume, in denen junge Menschen selbst entdecken, diskutieren und gestalten können. Dabei erleben sie, dass ihre Ideen zählen und sie ihre Umgebung aktiv mitgestalten können. Diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit macht den Workshop zu etwas Besonderem.
Du möchtest den Workshop auch an deine Schule holen? Hier geht es zu unserem Angebot.
