Future Mobility Camp

Future Mobility Camp

Angedockt an die i-mobility Messe wurde auf dem Future Mobility Camp im Kongresszentrum der Messe Stuttgart auf eine neue Art und Weise über Mobilität gesprochen. Bereits zu Beginn stand ein Dialog zwischen Mobilitätsexperte Martin Randelhoff, Dr. Stefan Rammler und den Teilnehmern über neue Mobilitätskonzepte.

Interessante Mobilitätskonzepte wie zum Beispiel ein Zugdrachen für Containerschiffe, oder das Konzept von KEP-Diensten (Kurier, Express und Paketdienste), welche Testweise in Hamburg e-Lastenräder verwenden, wurden angerissen.

Für den darauf folgenden Austausch in Kleingruppen, den so genannten Sessions, waren die Teilnehmer inspiriert. Eine Session bestand aus 10 – 20 Teilnehmern und das Thema konnte frei gewählt werden.

Diskutiert wurde unter anderem der neue Siemenscampus. Dort sollen zukünftig vernetzte Mitfahr- und Mobilitätssysteme entstehen. Koordiniert durch eine App soll es Pendlern ermöglicht werden an Mobilitätsdrehscheiben bei anderen Pendlern zu-, aus- und umsteigen zu können.
 

KEP-Dienste und Güterverkehr Emissionsärmer gestalten

Spannend war die Session der KEP-Dienste. Zur nachhaltigen Mobilität gehören diese genauso dazu, wie der Güterverkehr. Angetrieben mit Strom aus erneuerbaren Energien soll der Güterverkehr durch eine Abnahme von Emissionen nachhaltiger werden. Weitere Emissions-Einsparpotenziale bietet eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Dies setzt wiederum den Ausbau des Schienennetzes voraus, um ausreichend Kapazitäten für Güter aus dem Schiffsverkehr vorzuhalten.  Beispielsweise bräuchte man für ein Containerschiff mit 3000 Containern ca. 85  Güterzüge um die Fracht abzutransportieren.

Auch bei den KEP Dienstleistern gibt es Spielraum emissionsärmer zu werden. Auf der sogenannten letzten Meile werden Pakete in kleinere Transporter geladen und zum Kunden nach Hause gefahren. Bei der Paketabgabe parkt der Zusteller seinen Transporter meist in zweiter Reihe, was zu einer Behinderung des Verkehrsflusses führen kann.

Terminzustellungen der KEP Dienstleistern verursachen meist zusätzliche Fahrtstrecken. Aug Grund fristgerechter Liefertermine sind die Kuriere gezwungen von ihrem ursprünglichen Routenplan abzuweichen. Ist man als Kunde terminlich nicht gebunden, kann man durch einen Verzicht einer Terminzustellung Emissionen vermeiden und den Straßenverkehr vermindern.

Verkehrsaufkommen verringen und E-Lastenräder einsetzen

Gerade in urbanen Räumen verbessert sich durch ein geringeres Verkehrsaufkommen die Feinstaubbelastung. Erkennbar wird das an einem einfachen Rechenbeispiel. In einer Ampelphase von 30 Sekunden können zehn Fahrzeuge passieren. Ein elftes Fahrzeug bleibt also stehen. Innerhalb einer Stunde hat sich somit ein 270 m langer Stau, bestehend aus 60 Fahrzeugen, gebildet.

E-Lastenräder mit einer Ladekapazität von einer EURO-Palette könnten hier für Entlastung sorgen und Transportfahrzeuge ersetzen. Allerdings stellen die hohen Personalkosten für E-Lastenradkuriere noch ein Hemmnis dar. Eine Verwendung von E-Transportern könnte im Stop-and- Go-Verkehr den Emissionsverbrauch weiter senken. Gerade bei Standzeiten an Ampeln verursachen diese, im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren, keine Emissionen.

Das Future Mobility Camp bot somit ausreichend Raum für neue Ideen und den gegenseitigen Austausch. Beim abschließenden Meet and Eat konnten die Teilnehmer regionale Maultauschen, geliefert per e-Maultaschenrikscha, genießen.


Foto: JIN

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