| Politik & Gesellschaft
Letzte Änderung: 19.05.2025 Autor*in: Elena Lindenberg

Jugendstudie Umweltbewusstsein BW

Seitenaufnahme einer jungen Frau, die einen Berg runterläuft.
© Dirk Klaiber

Wie blicken Jugendliche in Baden-Württemberg auf die Klimakrise? Welche Rolle spielt Umweltschutz in ihrem Alltag? Die aktuelle Jugendstudie 2024 des Kultusministeriums Baden-Württemberg liefert Antworten auf diese Fragen – fundiert, repräsentativ und hochaktuell.

Über 2.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassenstufe aus 86 Schulen wurden im Frühjahr 2024 online befragt. Die Ergebnisse zeigen: Jugendliche sind durchaus klima- und umweltbewusst – fühlen sich aber oft ohnmächtig, alleingelassen oder überfordert. Das Umweltbewusstsein ist da, aber es fehlt an Raum für Mitgestaltung und echte Beteiligung.

Umweltbewusstsein: Wichtig, aber nicht alles

Wenn es um die für sie wichtigsten Themen geht, nennen Jugendliche zwar in erster Linie Familie, Gesundheit und Freundschaften – dennoch spielt Klimaschutz im Hintergrund eine große Rolle. Besonders deutlich wird dies in den Einzelbewertungen:

  • 60 % haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Müll in der Natur hinterlassen.

  • 45 % sehen in der Wahl umweltschonender Verkehrsmittel eine echte Handlungsmöglichkeit.

  • 13 % würden sogar auf Urlaubsflüge verzichten – aus Umweltschutzgründen.

  • 14 % der Mädchen und 6 % der Jungen geben an, Angst vor dem Klimawandel zu haben.

Jugendliche nehmen also ihre eigene ökologische Verantwortung ernst. Doch viele empfinden, dass sie auf gesellschaftlicher Ebene kaum Einfluss haben. Es fehlt der Glaube, dass ihr Engagement gesehen oder politisch wirksam wird.

Bildung und Beteiligung: Zwei Schlüsselbereiche

Die Studie zeigt auch: Viele Jugendliche wollen sich einbringen, stoßen aber an Grenzen. Schulstress, mangelnde Informationen oder fehlende Strukturen bremsen Engagement. Gleichzeitig wünschen sich viele mehr Umweltbildung und echte Mitbestimmung – auch in der Schule.

Handlungsempfehlungen aus der Studie:

  • Umweltbildung stärken, z. B. durch Projektarbeit oder fächerübergreifenden Unterricht.

  • Politische Bildung ausbauen – insbesondere zu Klimathemen.

  • Beteiligungsformate für Jugendliche etablieren: Jugendforen, Projektbudgets, digitale Tools.

  • Angebote für Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund gezielt fördern.

  • Psychische Gesundheit mitdenken – viele Jugendliche fühlen sich durch Krisen überfordert.

Fazit: Der Wille ist da – jetzt braucht es Strukturen

Die Jugendstudie 2024 macht klar: Umwelt- und Klimaschutz sind zentrale Anliegen vieler Jugendlicher. Doch Engagement braucht Anerkennung, Strukturen und Beteiligungsmöglichkeiten. Die Politik ist gefragt, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Jugendliche sich gehört und wirksam fühlen.

Denn: Die Generation von heute ist die Gestalterin von morgen.


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