| Rückblicke
Letzte Änderung: 05.05.2026

Kleidertauschparty in Schwäbisch Hall

Junge Frau sucht bei Kleidertauschparty an einer Kleiderstange nach Kleidungsstücken.
© Amelie Sternagel

Am Samstag, den 25.04., verwandelten wir den Welt.Raum in der Schwäbisch Haller Innenstadt gemeinsam mit dem Verein „Nachhaltige Entwicklung SDGs“ in einen lebendigen Ort für unsere große Kleidertauschparty. Am gleichen Wochenende fand der „Haller Frühling“ statt – ein bekanntes Frühlingsfest, das mit seinen zahlreichen Mitmach-Aktionen und Rabatten tausende Menschen in die Stadt lockte. Umso wichtiger war es uns, an einem solchen Wochenende rund um Sales, Trends und Konsum den Menschen ein nachhaltiges Konzept zu bieten und uns für die möglichst lange Nutzungsdauer von Kleidung einzusetzen.

Den Kleiderschrank im Frühling zum Blühen bringen

Zu unserer Tauschparty kamen über 200 Besucher*innen, die Abwechslung in ihren Kleiderschrank bringen wollten, ohne Geld auszugeben oder durch den Neukauf von (Fast) Fashion Ressourcen zu verschwenden. Die meisten brachten aussortierte Kleidung mit oder kamen spontan vorbei, um dann voller Vorfreude auf neue Kleidungsstücke in erfrischenden Frühlingsfarben zwischen die Kleiderstangen abzutauchen.

Bei entspannter Livemusik, Kaffee und Kuchen entstand eine offene und entspannte Atmosphäre und viele nette Gespräche.

Ein Drittel der Kleidung in deutschen Schränken wird kaum getragen

Statistisch besitzt jede Person in Deutschland etwa 90 Kleidungsstücke. Jedoch werden nur knapp 40 Prozent der Kleidung regelmäßig getragen. Besonders auffällig: Immer mehr Kleidungsstücke werden bereits nach weniger als einem Jahr aussortiert. (Quelle 1)

Diesen ungetragenen Kleidungsstücken schenken wir bei unseren regelmäßig stattfindenden Tauschaktionen ein neues Leben. Denn in ihnen stecken wertvolle Materialien, große Mengen an Wasser sowie wertvolle Arbeitszeit. Beispiel: An der Herstellung eines einfachen weißen Herrenoberhemds sind weltweit rund 140 Produzenten und Unternehmen beteiligt. (Quelle 2)

Kleidung tauschen statt neu kaufen!

Viele Besucher*innen kannten das Konzept einer Kleidertauschparty zuvor noch nicht. Häufig fiel der Satz, wie „überraschend schön und entspannt“ sowie „sinnvoll“ dieses Format sei – und wie dankbar viele seien, eine solche Alternative zum klassischen „Einkaufen“ kennenzulernen. Einige nahmen sich direkt vor, im Freundeskreis oder im Verein selbst eine Kleidertauschaktion zu starten. Wie das geht, erklären wir hier.

An der Upcycling-Station vom Siebdruck-Label „Klamotte“ konnten mitgebrachte Kleidungsstücke oder Jutetaschen mit selbst gestalteten Motiven oder Slogans bedruckt werden.

Zudem tauschten wir mit den Besucher*innen weitere Möglichkeiten aus, wie wir Kleidung wieder mehr wertschätzen können:

Zum Beispiel gut überlegen, ob wir

  • das Kleidungsstück wirklich brauchen oder ob wir auch mit einem Second-Hand-Kauf Abwechslung in unseren Kleiderschrank bekommen,
  • reparieren oder upcyceln können und so vielleicht doch wieder Freude daran finden,
  • gut mit der Kleidung umgehen, die wir bereits besitzen, und die Lebensdauer verlängern können, z. B. durch richtiges Waschen und Pflegen. 30 Grad oder das Eco-Programm reichen meistens aus.

Auf unserem Instagram-Kanal stellen wir regelmäßig nachhaltige Outfits (auch für den kleinen Geldbeutel) vor – schau vorbei!

Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf alternative Modelle wie den Mietmarkt für Kleidung (z.B. Kleiderei oder Outdoorausrüstung von Vaude). Diese Modelle verwandeln Händler mehr und mehr in Dienstleister, die ihre Produkte für eine Gebühr anbieten.

Auch Schneidereien und Reparaturdienstleistungen müssten zukünftig in größerem Umfang verfügbar und erschwinglicher gemacht werden und Gesetze, wie das Recht auf Reparatur auch für die Bekleidungsindustrie gelten.

Wobei wir bei den Rahmenbedingungen angelangt wären, die von der Politik umgesetzt werden müssen und die wir hier für dich zusammengefasst haben.

Schwäbisch Hall aufgepasst: Das war ganz sicher nicht unsere letzte Kleidertauschparty

Zufrieden blicken wir zurück auf einen erfolgreichen Tag, der auch an der Bereitschaft der vielen Helfer*innen gezeigt hat, mit wie vielen wir unseren Einsatz für einen nachhaltigen Wandel der Modeindustrie teilen, aber gleichzeitig sichtbar gemacht hat, wie viel noch zu tun ist.

Die Veranstaltung wurde organisiert in Kooperation mit Heide Öchslen vom Verein Nachhaltige Entwicklung SDGs und u. a. unterstützt von den „Omas gegen Rechts“, vielen freiwilligen Helfer*innen und Future Fashion.


Quellen: 

  1. https://presseportal.greenpeace.de/258830-greenpeace-umfrage-ein-drittel-der-kleidung-in-deutschen-schranken-wird-kaum-getragen/
  2. https://textil-mode.de/de/newsroom/blog/faktencheck-lieferkette/

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