World Climate Simulation

Die Stimmung ist aufgeheizt.

Frauen und Männer diskutieren lautstark, gestikulieren wild und verhandelt konzentriert, während sie versuchen, den Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 auf unter 2 °C zu beschränken – und dabei gleichzeitig die Interessen ihrer Länder oder Lobbygruppen zu vertreten. 

Und das alles hier in Stuttgart!

Du glaubst das nicht? Eine Klima-Konferenz bei uns in Baden-Württemberg?
Okay Du hast Recht. Die COP 26 findet erst im November 2020 statt und leider auch nicht hier in Baden-Württemberg, sondern in Glasgow (UK).

Aber wärst Du nicht mal gerne bei einer COP dabei?
Um zu verstehen, was bei einer solchen Konferenz wirklich passiert?
Und warum wer handelt, wie er handelt?

Genau dafür wurde das simulationsbasierte Rollenspiel der UN-Klimaverhandlungen World Climate erfunden. Um auf die Schwierigkeiten einer solchen großen Verhandlung sowie auf den Klimawandel an sich, aufmerksam zu machen.

Simulation Durchführung

Der Jugendbeirat der Nachhaltigkeitsstrategie testete gemeinsam mit Prof. Dr. Kapmeier die World Climate Simulation. Hierzu lud er am 15. Januar 2020 rund 40 Mitarbeiter des Umweltministeriums nach Stuttgart ein. So konnte das Umweltministerium in Baden-Württemberg als erstes in Deutschland eine World Climate Simulation durchzuführen. Ein Team der Sendung Nano (ZDF) begleitete die komplette Simulation.

Prof. Dr. Kapmeier schlüpfte in der Rolle des UN Generalsekretärs. Die Teilnehmer*innen nahmen die Rolle einer/eines Delegierten ein, die/der eine bestimmte Nation, einen Verhandlungsblock oder eine Interessensgruppe vertrat. Folgende acht Delegiertengruppen gab es:

  • Vereinigte Staaten von Amerika
  • Europäische Union
  • Andere Industrieländer
  • US- Städte und –Bundesstaaten
  • Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten
  • Andere Entwicklungsländer
  • Indien
  • China

Wie bei der echten COP gab es Delegierte mit Stimmrecht und welche ohne. Alles war erlaubt: Kleine Aufmerksamkeiten, Deals, Protest, Applaus etc. –  so wie in den echten Verhandlungen.

Im Mittelpunkt der World Climate Simulation steht die Nutzung des interaktiven Computermodells C-ROADS, mit dem die Verhandlungsergebnisse und deren Einfluss auf das Klima schnell analysiert werden können. Das Computermodell zeigt dabei den jeweiligen Temperaturanstieg bis 2100 an.

Verhandlungsrunde I

Die Unterschiede zwischen den Delegierten zeigten sich schon vor Beginn der Simulation. Während der Tisch der USA vor Essen und Getränken überquellte, saßen beispielsweise die anderen Entwicklungsländer ohne etwas auf dem Boden.

Dies blieb jedoch nicht lange so. Nachdem die Verhandlungsbasen festgelegt und wir bei einem Temperaturanstieg von + 3,3 °C bis zum Jahr 2100 angelangt waren, ging es in die erste Verhandlung.

Alle Delegierten schwärmten aus und eine aktive Diskussion begann. Die USA beschenkte China, die EU beschenkte die Entwicklungsländer etc. und schließlich kamen wir bei +2,9 °C an. Immer noch zu viel.

Verhandlungsrunde II + III

Es ging in die zweite Verhandlungsrunde. Verschiedene Deals später hätten wir fast die 2 °C-Grenze erreicht. Aber leider nur fast. Die Delegierten konnten sich, in Verhandlungsrunde III leider nicht weiter annähern und unsere COP 26 wurden mit einem Temperaturanstieg von 2,2 °C abgeschlossen.

Fazit

Das eigentlich angestrebte Ziel von 1,5 °C wurde zwar nicht erreicht, aber jeder Einzelne hat in sich etwas erreicht. Durch die Simulation wurde gemeinschaftlich festgestellt, wie schwer es ist, auch wenn man drastische Veränderungen anstrebt.
Jede*r Einzelne muss mitziehen, damit die Klimaziele erreicht werden. Jedes Land und jede Bevölkerung

Simulation selber ausprobieren

Du findest die Simulation spannend? Und Du willst selbst mal ausprobieren, was alles zu tun ist und welche Hebel betätigen werden müssen, damit sich etwas am weltweiten Temperaturanstieg ändert. Dann kannst Du es hier kostenlos ausprobieren: http://En-ROADS.org

Zusätzlich sind alle Materialien für das Spiel (Moderationshandbuch, Präsentationsfolien) inklusive des C-Roads-World-Climate-Simullationsmodells kostenlos auf Deutsch erhältlich.


Impressionen der Jugendbeiräte

"Ich fand es eine sehr spannende Erfahrung im Rahmen der Simulation in die Rolle Donald Trumps zu schlüpfen, obwohl es gar nicht immer so einfach war die aktuelle Haltung der USA vertreten zu müssen, die sich eigentlich nicht mit meiner eigenen Meinung vereinbaren lässt. Darüber hinaus fand ich das vorgestellte Tool, mit dem die Auswirkungen unserer "Verhandlungserfolge" berechnet wurden interessant und beeindruckend. Vielleicht lässt sich das auch gut bei weiteren Veranstaltungen integrieren, um zu zeigen was wirklich nötig ist um ein bestimmtes Grad-Ziel zu erreichen, da es oft sonst schwer vorstellbar ist." – Jugendbeirätin Cornelia Glitz


Weitere Infos zur World Climate Simulation findest Du hier.

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