Biomasse hat in der Bevölkerung als CO2-neutraler, erneuerbarer Energieträger eine solide grundsätzliche Akzeptanz. Schwieriger wird es erst, wenn Biomassekraftwerke in die Nähe rücken. Zahlreiche lokale Initiativen haben sich bereits gegen Biomassekraftwerke gegründet, sie kritisieren vor allem die Emissionen eines Kraftwerks über Wohngebiet („Nemitzer Appell“), bzw. die Zusammensetzung dieser Emissionen, besonders wenn Altholz mit starken Imprägnierungen, mit Anteilen von Kunststoff, Schwermetallen oder Chlor verwendet wird. In diesen Fällen, so wird kritisiert, sind die Grenzen zur Müllverbrennung fließend.

Auf internationaler Ebene wird die Energiequelle Biomasse ebenfalls sehr unterschiedlich beurteilt. Kritik entzündet sich vor allem daran, dass der Anbau von Biomasse als alternativer Kraftstoff in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln steht. Brasilien etwa deckt bereits heute mehr als 20% seines Kraftstoffbedarfs durch Alkohol aus Zuckerrohr. Eine Tankfüllung, so Kritiker, könnte einen Menschen ein Jahr lang satt machen. Diese Kritik lässt sich eingeschränkt auch auf die Biomasseverstromung übertragen.
Andererseits könnte die Nutzung von Biomasse international gerade durch eine kontrollierte Wiederanpflanzung zu einem Erfolgsmodell werden. In vielen Ländern der Erde sind organische Stoffe, vor allem Holz als Brennstoff, ohnehin Energieträger Nummer eins – auch in Deutschland hatten vor noch nicht allzu langer Zeit Holzkohleöfen eine große Bedeutung für die Beheizung. Internationale Erfahrungen, etwa in Afrika, zeigen jedoch, dass das Abroden von Wäldern auf der Suche nach Brennmaterial ohne gezielte Wiederaufforstung viele Gefahren birgt, etwa den nachhaltigen Verlust von Wäldern, die Erosion von Böden, die Ausdehnung von Wüsten und größere Anfälligkeit gegenüber Fluten und Dürren.