Schon in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Fusionskraft als potenzielle Chance der teilweisen Lösung des Energieproblems benannt. Die Rolle von Fusion in der öffentlichen Diskussion hat sich seitdem wenig geändert. Noch immer gilt Fusion als abstrakte Hoffnung, über die die Bevölkerung wenig informiert ist. Kritiker sprechen daher ironisch von der „Fusionskonstante“. Gemeint ist der gleich bleibenden Zeitraum, den Fusionsenergie angeblich noch benötigen wird, um Teil eines Strommixes werden zu können.
Die Europäische Union hat eine eigene Unterorganisation zur Koordinierung der Erforschung von Fusionskraft, die EFDA (European Fusion Development Agreement, Europäisches Abkommen zur Entwicklung von Fusion). Geldgeber und Initiator von Großprojekten ist die Europäische Atomgemeinschaft EURATOM.
Gleichberechtigte Partner im Bau und Betrieb von ITER sind neben EURATOM noch Japan, Russland, Südkorea, die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China.
Frankreichs damaliger Präsident Jacques Chirac sagte zum Start des Forschungsreaktor ITER 1999, es sei „das größte Forschungsprojekt seit der internationalen Raumstation“. Der ITER wird als internationales Projekt im südfranzösischen Cadarache gebaut.
Für viele Kritiker übertragen sich die Akzeptanz- und Imageprobleme der Kernspaltungskraft auch auf die Technologie der Fusionsenergie. Beides wird von Kritikern deshalb unterschiedslos „Atomkraft“ genannt und damit negativ besetzt.
Fusionskraft hat Eingang in die Populärkultur gefunden, vor allem in Raumfahrtliteratur, Science-Fiction oder Simulationsspiele. Im Spieleklassiker „Civilisation“ ist „Fusionsenergie“ eine der fortschrittlichsten bekannten Technologien, die ein Spieler erforschen kann.